Suri darf weiterschnurren

Hier sind die ersten Bilder von unserem Polizistenkaterchen "Suri" (Suricata suricatta = Erdmännchen, weil er wie ein Erdmännchen sitzt).

Der schwer verletzte Suri, ein junger, roter Hauskater von ca. drei bis vier Monaten, ist von einer Dame in Neukölln aufgelesen worden, die ihn zur Polizei gebracht hat. Dort wusste man sich zunächst auch nicht zu helfen, da kein Kater vermisst gemeldet wurde. Doch da das Tier offensichtlich sehr an seinen Verletzungen litt, brachte die Polizei ihn zur Behandlung zunächst zu einer Tierärztin in Neukölln, nach kurzer Untersuchung haben die Polizisten dann bei uns in der Praxis angerufen, denn sie wissen, dass wir Fundtiere aufnehmen, weil wir regelmäßig Tiere von der Polizei bekommen.  

Beide Vorderbeine waren kompliziert gebrochen.

Also es kam der Anruf mit der Frage, ob wir eine Idee haben, was man in diesem Fall machen könnte. Frau Doktor hat ohne Zögern gesagt: "Herbringen... sofort!". Gesagt – getan. Kaum eine Viertelstunde später kam Suri samt Ordnungshütern in unserer Praxis an. Schnell war klar, dass die Verletzungen sehr, sehr ernst waren. Beide Vorderbeine mehrfach gebrochen, die Frakturen waren auf beiden Seiten fast identisch. Die homplizierten Verletzungen deuten auf einen Sturz aus größerer Höhe hin, sie überstiegen auch unsere Möglichkeiten. Also hat sich Dr. Lorenz mit unserem Knochenspezialisten in Spandau in Verbindung gesetzt, einer tierchirurgischen Praxis, mit der wir schon seit Jahren gut zusammen arbeiten. Dr. Martin Köhle, zu dem Susi den Kater nach unserer Erstversorgung mit der Regionalbahn brachte, hat seine Vorderbeine dann in einer fünfstündigen Marathon-OP wieder zusammengeflickt. Zwischendurch rief er in einer OP-Pause an und berichtete, dass es sich um eine extrem schwierige OP handelt, weil die Knochen teilweise sehr gesplittert waren, und weil sie wegen des jugendlichen Alters noch sehr fein und klein sind.


 

Dr. Köhle hat diese OP jedoch zu seiner eigenen Sache gemacht, er wollte den kleinen Kater unbedingt retten. Der Chirurg und seine Praxismitarbeiter hatten auch schon überlegt, ob sie Suri nach der OP bei sich behalten sollten, denn er ist ein dankbares und liebenswertes Geschöpf. Bis auf die Materialkosten, die wir nur zu gerne übernommen haben, hat der geniale Tierchirurg jede Entlohnung abgelehnt. Trotzdem haben wir ihm eine Flasche Champus als Belohung obendrauf gegeben.

Suri mit seinen OP-Narben und der beiden Fixateur externe, die seine Oberarmknochen zum richtigen Zusammenwachsen stabilisieren.


Die geschraubten und fixierten Oberschenken von Suri. Deutlich sieht man, wie die Drähte durch die Knochen gehen. Nach der Entfernung bleiben die innenen angebrachten Drähte drin. Die Löcher von den Fixateuren werden wieder zuwachsen und der Knochen wieder fest werden.
Wir sagen herzlich DANKE… auch im Namen von Suri, der jedoch danach von Susi wiederum mit der Bahn zu uns zurückgebracht wurde.

     

Kaum dass das 'OP-Gestänge' entfernt worden ist, entwickelt unser Surikater schon wieder einen großen Appetit und fordert die nächste Mahlzeit unmißverständlich ein - am liebsten frißt er übrigens Rosinenbrötchen, weshalb ihm Susi jeden Morgen eins mitbringt. Auch seine Mobilität wächst Tag für Tag. Schon tobt er mit Wilhelm, erklimmt jede Treppe, begutachtet jeden Wohnungswinkel, klettert in alle Körbe, Taschen und Tüten und greift jeden spielerisch an, der an ihm vorbei möchte. Und er übernimmt auch schon erste Wachaufgaben in der Praxis!

Nachdem er anfangs noch sehr benommen und malade war, hat er sich mittlerweile erholt. Seine Vorderbeine benutzt er aber weiterhin noch nicht, doch es fängt langsam an, dass er sie wieder entdeckt. Das wird nach und nach kommen. Suri muss den Gebrauch seiner Vorderpfoten erst wieder neu lernen. Und es ist gut möglich, dass er nie so rennen und klettern kann, wie andere Katzen. Aber er darf leben. Und er kann auch gut leben, denn damit fängt er bereits kräftig an: Neben Schlafen und Fressen ist Schnurren seine Lieblingsbeschäftigung. Suri ist ein unheimlich dankbarer kleiner Kerl, der auf jeden Fall bei uns bleiben wird. Unser neuer Praxiskater ist da!

  

 

SURI IST NACH 8 TAGEN ZURÜCKGEKEHRT

Das ist sehr ungewöhnlich für ihn. Wir sind uns sicher: Ihm ist irgendetwas passiert. Zu unserem Suchaufruf:

Kontakt

Tierarztpraxis Dr. Renate Lorenz

praxis@tier-arzt.berlin

Oberhofer Weg 68
12209 Berlin - Lichterfelde
neue Webseite:
https://www.tier-arzt.berlin

Berlin: 711-63-57
Telefon: + 49 (030) 711 63 57

Site durchsuchen

Unser neuer Praxiskater

© 2009 Alle Rechte vorbehalten.

Unterstützt von Webnode