Das Grünlingnest

... andere gehen zur, ab heute haben wir unsere "Green Man Group", die mindestens ebenso unterhaltsam ist. Allerdings auch ähnlich schwer zu fotografieren, denn sie sind genauso aktiv wie die blauen Kollegen und wir wollen keinen Blitz einsetzen, um die Tier nicht unnötig zu stressen. Also ISO maximal und hoffen, dass alle mal etwas ruhiger sind...

Die fünf kleinen Grünlinge wurden gestern, am Muttertags-Samstag, bei uns abgegeben. Eine Familie hatte sich irgendwo einen Baum für den Garten gekauft und wunderte sich schon beim Heimtransport über die Geräusche aus der Tuja... Zu Hause angekommen, stellte sich der Lärm als pickepacke volles Nest mit sechs Jungen heraus. Was nun? Jetzt war guter Rat teuer. Ein Anruf bei einer Tierärztin brachte die Erkenntnis, dass diese die Tiere nicht aufnehmen würde. Aber die Kollegin empfahl wenigstens, es mal bei uns zu versuchen.

Mittlerweile war das erste Junge gestorben, doch die anderen fünf Geschwister kamen samt Nest in einem Vogelkäfig wohlbehalten bei uns an. Bei uns zogen sie erstmal in ein sauberes, ungezieferfreies Nest um - unseren gerade neu erworbenen Brotkorb, den wir mit etwas Heu flugs zu einem geräumigen Nest umfunktionierten. Nun galt es, sie dazu zu bringen, unser "Jungvogel-Spezialfutter" anzunehmen: Schabefleisch mit Magerquark an der Pincette - und das rund 10 Mal am Tag zwischen 6 und 21 Uhr.

Wie Sie sehen, hat es nach einigen Versuchen doch geklappt, den Kleinen die Mutter zu ersetzen... und das auch noch am Muttertag. Erst wollten sie unser Angebot nicht annehmen... aber dann war der Erste so mutig oder hungrig genug, dass er den Happen von der Pinzette nahm. Prompt folgten ihm alle anderen Geschwister mit ganzer Verve.

Für das Überleben junger Vögel ist entscheidend, dass sie die neue "Mutter" annehmen und lauthals sperren. Tun sie das nicht, werden sie selbst bei Zwangsernähung nicht genug Futter bekommen und eingehen. Das beste Alter ist genau das unserer grünen Bande: nicht zu jung, aber auch noch nicht selbständig genug.

Der Grünling oder auch Grünfink ist etwa so groß wie ein Spatz. Er gehört zur Familie der Finken und zur Gattung der Zeisige. Der Schnabel ist hell, das Federkleid leicht grünlich mit gelben Flügelspitzen. Im Jugendkleid werden unsere Kleinen jedoch zunächst deutlich heller sein. Grünlinge brüten an Waldrändern, in Büschen und Bäumen. Als Kulturfolger ist er in städtiscehn Parks und Gärten häufig zu sehen und zu hören. Der Ruf des Grünlings ist ein kräftiges, oft trällendes „jüpp-djüp-rüp-rüp“.

Kontakt

Tierarztpraxis Dr. Renate Lorenz

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