Amselchen

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei unserem derzeit jüngsten Vogel um eine – nun schon nicht mehr ganz - kleine Amsel. In einem fürsorglich mit Laub und Gras gepolsterten Pappkarton wurde sie vor einem Monat bei uns abgegeben. Die Hunde eines Ehepaares aus Lichterfelde fanden sie 2010 ganz aufgeplustert und sicher völlig verängstigt im Gebüsch ihres Gartens. Zu früh, weil noch mit viel zu kurzen Federn, muss sie offensichtlich aus einem unauffindbaren Nest gefallen sein. Die Finder wussten: Jungvögel soll man nicht anfassen, sondern nach den Vogeleltern schauen! Also ließen sie richtigerweise den Federball erst einmal genau dort, wo er war, während die Hunde ins Haus geschickt wurden.


Unser Amselchen nach der ersten medizinischen Untersuchung

Trotz längerer Beobachtung wurden die Elternvögel jedoch nirgendwo gesichtet. Stattdessen fanden sich nach und nach die Nachbarskatzen im Garten ein, denen ein recht eindeutig ausgeprägtes Interesse an dem Vogelkind sicher bei aller Katzenliebe sehr wohl zu unterstellen war. Und genau deshalb, um nicht das junge Amselleben zu gefährden, wurde Amselchen letztendlich in die weitsichtiger Weise bereits vorbereitete Kartonbehausung gesetzt und zu uns gebracht.

In der Praxis lief zunächst die Notaufnahme-Prozedur ab: Erstuntersuchung, Parasitenprophylaxe, Futter und Unterkunft vorbereiten. Während Frau Doktor und ich das Vogelkind umsorgten, holten Nikki und Kim bereits einen der leeren Vogelkäfige, die wir für solche Fälle immer ‚auf Lager‘ haben und bauten darin ein Nest aus einem kleinen Körbchen, einem altem Waschlappen und einigen Zewa-Tüchern. Mit Magerquark und Schabefleisch, unserer Spezial-Aufzugsrezeptur, die mit einer Pinzette angeboten wirklich jedem Vogel schmeckt, wurden in den folgenden Tagen gleich zwei quasi nimmermüde Schnäbel gestopft, denn Pieps, unser im letzten Jahr von Hand aufgezogener und mittlerweile ausgewachsener Praxisspatz, fiel im Nachbarkäfig prompt in frühkindliche Verhaltensweisen zurück und sperrte kräftig mit. Nun, das soll es ja nicht nur bei Vögeln geben! Egal… immer rein, denn das schmeckt fein!   

Amselchen ist nach nur einem Monat auf die doppelte Größe herangewachsen. Das Gefieder sitzt perfekt und auch das anfänglich noch etwas lustig anmutende Fliegen ist natürlich über die Wochen perfektioniert worden. Hier hat Herr Pieps übrigens dann einen erwachsenen Lehrmeister abgegeben. Statt unserer Spezialmischung müssen mittlerweile Unmengen Mehlwürmer als Futter herhalten, ebenso wie Fliegen, die sich final in unsere Praxis verflogen haben. Wenn Amselchen sich weiterhin so gut entwickelt wie in den vergangenen vier Wochen, können wir sie bald in die Freiheit und in den Sommer eines Berliner Stadtparks entlassen, denn dort ist sie zunächst am sichersten aufgehoben. 

Wir danken Susi für den schönen Beitrag zu unserer Homepage...

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Tierarztpraxis Dr. Renate Lorenz

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